Hier finden Sie Informationen über die Glocken, den Grundriss, den Innenraum der Kirche und die letzte Renovierung im Jahr 2000
Grundsätzliches
Die Kirche ist ein typischer Vertreter der querhauslosen, dreischiffigen,
flachgedeckten Pfeilerbasiliken, die rechtsrheinisch ihre Verbreitung
im Westerwald und Oberbergischen haben. Der im ganzen gut erhaltene
Bau steht wie fast alle gleichgearteten Kirchbauten dieser Gegend
erhöht auf einem Hügel umgeben von einer Parkanlage,
dem vormaligen Kirchhof, von dem einige alte Grabmale erhalten
blieben. Die Verhältnisse des in mehrere Teile gegliederten
Baukörpers sind ausgewogen und bringen diesen Bautyp voll
zur Geltung.
Im Westen steht der mächtige dreigeschossige Turm. Er
wird von einem geschieferten vierseitigen Pyramidendach gedeckt.
Über der Spitze des Helms erheben sich Kugel, Kreuz und Hahn,
wie sie auf allen alten Westerwälder Dorfkirchen zu finden
ist. Das Obergeschoß wird durch Kaffgesims, Ecklisenen und
Rundbogenfries gegliedert und zeigt auf allen Seiten Zwillingsfenster,
die von einem Rundbogen überwölbt sind und in der Mitte
ein zierliches Säulchen mit mehrteiliger Basis, schmucken
Kapitellchen und Kämpfern tragen. Diese Werksteinbauteile
stammen vom zerstörten Turm und wurden bei seiner Neuaufrichtung
wieder verwendet.
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Die Glocken
Das Obergeschoß birgt die Glockenstube. Hier hingen stets
drei wohlklingende Glocken. Zwei tragen eine Inschrift. "SENT
JAKOB HEISSE ICH. IN GODES EER LYDE ICH. BOES WEDER VERTRIEFE
ICH. PETER VON ECHTNACH GOOS MICH ANNO DOMINI XVCXII" (1512),
so konnte man auf dem Schriftband der einen lesen. Die Jakobsglocke
ist sicher in Verbindung mit den St. Jakobsbrüdern zu sehen,
einer Wallfahrervereinigung, die in Birnbach eine Pilgerstation
unterhielt. Hier kehrten die Mitglieder der Bruderschaft, bzw.
die Pilger, wenn sie auf dem Weg zum Grab des hl. Jakob in Santiago
de Compostela (Spanien) waren, zur Rast und Übernachtung ein
und haben sicherlich in der Kirche, ehe sie weiter zogen, eine
Pilgermesse gefeiert. Die Lage der Station erklärt sich aus
der nahe vorbeiführenden Fernstraße, über die
die Reisigen in den Süden zogen. Die Glocke mag ihnen oft
geläutet haben. Im Laufe der Zeit wurde sie schadhaft und
musste umgegossen werden. Leider wurde sie im letzten Krieg
eingezogen und ist seitdem verschollen. 1952 wurde für sie
eine neue Glocke gegossen.
Noch eine zweite Glocke musste Bimbach hergeben. Diese jedoch wurde nach dem Kriege im Glockenlager des Koblenzer Rheinhafens wieder gefunden und in den Bimbacher Kirchturm zurückgeholt. Sie trägt die Aufschrift: "MARIA ANNA IHESUS, O REX GLORIE, VENI CUM PACE (Maria. Anna, Jesus - Anna selbdritt - König der Henlichkeit, komm mit deinem Frieden!). Eine Jahreszahl fehlt. Daher ist das Alter nicht gesichert. Doch ist es durchaus möglich, dass sie bereits vor 1500 gegossen wurde.
Aus ebenso alter Zeit stammt die große Glocke. Sie misst
110 cm im Durchmesser. Sie durfte während der Nazizeit an
ihrem Ort bleiben, weil sie mit dem Schlagwerk der Uhr verbunden
war. Die Turmuhr befindet sich auf der Westseite und sitzt ein
Geschoß tiefer genau unter dem Zwillingsschallfenster.
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Grundriss
Dieses Mittelgeschoß springt gegen das Glockengeschoß
ein wenig vor. Nach unten ist es wiederum durch ein Kaffgesims
abgesetzt. Das Erdgeschoß wird von einem rundbogigen Westportal
geöffnet. An die Südseite des wuchtigen Turms lehnt ein
halbrunder Treppenturm, in dessen Innerem eine Treppenschnecke
zum Mittelgeschoß hochleitet und damit die Orgelbühne
zugänglich macht.
Der Turm ist dem dreischiffigen Langhaus vorgesetzt. Letzteres wirkt als selbständiger Baukörper, da die Seitenschiffe flach schließen und das querrechteckige Chorjoch gegen das Mittelschiff erniedrigt ist. Das geschieferte Satteldach trägt auf jeder Seite drei Dachgauben. Der Obergaden weist fünf rundbögige Fensteröffnungen auf, das Nordschiff ebenso fünf und das Südschiff vier gleich geartete Maueröffnungen. Hier wird nämlich eine Fensterachse, die zweite von rechts, von einem Seiteneingang eingenommen.
Ihm ist eine kleine Eingangshalle vorgesetzt, ein reizender Fachwerkbau. Sein Schieferdach ist als Zwerchdach angelegt, das ins Pultdach des Seitenschiffes einschneidet. Die Fachwerkwände, die die Halle zu beiden Seiten schließen, stehen auf hohem Steinsockel. Die schwarzgestrichenen Balken sind solide verarbeitet und sorgsam gefügt. Die oberen Rähmbalken buchten nach unten aus, so dass die obere Reihe der weißen Gefache den Eindruck gotischer Spitzbogenformen erweckt: Das Giebeldreieck der unten offenen Vorderseite ist besonders ansprechend angelegt. Es wird von einem in Rot abgesetzten Fries unterfangen, auf dem der profilierte Giebelbalken liegt. Auf ihn baut sich ein reich gefiedertes Balkenwerk auf, das sich aus einem Mittelständerbalken, einem profilierten Kehlbalken, einem glatten Spannriegel und vier halbbogenförmigen und vier diagonal verlaufenden eingekerbten Streben zusammensetzt. Dadurch entsteht ein schön gemustertes Giebelfeld, das von einem kunstvoll bearbeiteten Sturzbalken getragen wird. Auf ihm lesen wir die Jahreszahl 1687, wohl die Zeit, in der die Vorhalle errichtet wurde. Man vermutet, dass ein heimischer Meister dieses liebevoll gestaltete Fachwerk geschaffen hat. So bildet dieses Südportal einen besonderen Schmuck des Außenbaus und macht es zum eigentlichen Hauptportal der Kirche.
Zum Südeingang gehört das "Ehrenmal". 1923 wurde ein Steinmal als Kriegergedächtnisstätte neben der Vorhalle errichtet. Es trägt die Namen der im ersten Weltkrieg Gefallenen des Kirchspiels. Nach dem zweiten Weltkrieg wurde eine weitere Tafel mit den Namen der Kriegsopfer angelegt und in der Vorhalle aufgestellt.
Dem Langhaus folgt nach Osten die Choranlage. Sie besteht aus einem Chorgeviert mit eigenem Satteldach und flacher angehängter Apsis mit einer niedrigeren halbkegelförmigen Bedachung, unter deren Kranzgesims sich ein Rundbogenfries zeigt. Der Chorraum, dessen Außenwände um 1900 neu ummantelt wurden, wird von drei kleinen Rundbogenfenstern belichtet, die in die Seitenwände und den Scheitel der Apsis eingeschnitten sind.
In der Nordostecke, im Winkel zwischen dem flachen Schluss des Seitenschiffes und der Chorwand, findet sich ein kleiner Sakristeianbau, der 1899 in der Art einer Seitenapsis angelegt wurde und durch zwei kleine Rundbogenfenster sein Licht empfängt.
In die Außenmauern der Süd- und Westseite wurden
einige vom alten Friedhof stammende, mit Engelköpfen verzierte
Grabsteine eingelassen. Einige Inschriften sind noch zu entziffern.
So lesen wir auf dem Grabstein der Pfarrersmutter Schindeler:
"Hier ruht Frau Margaretha Elisabetb Schindelerin, Cäsars
Tochter zu Alsbach in der Grafschaft Altenwied, 17. Nov.1717,
in der Ebe gelebt bald 28 Jahre mit dem Prediger Schindela zu
Mehren, sie starb 13. Febr. 1779 im Alter von 61 Jahre 3 Monate.
Ihre 4 Söhne, welche sie binterlassen, bedauern ihren Tod."
Eine andere Inschrift lautet: "Hier ruht Herr Joh. Conrad
Niesener H. gräfl. Kirchbergischer Hauptmann (und) Kaiserl.
Posthalter zu Freilingen, geb. 1690 - August und gestorben 1735
7. Juni und gelebt 44 Jahre 10 Monate."
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Innenraum der Kirche
Der Innenraum der Kirche wirkt groß und geräumig. Zu
beiden Seiten des Mittelschiffes tragen sechs mächtige Pfeiler
auf quadratischem Grundriss über den "geschmiegten
Kämpfern" fünf halbrunde Arkadenbögen bzw.
die Scheidwand mit den fünf rundbogigen Obergadenfenster.
Die gleichgearteten Fenster der Seitenschiffe sitzen genau in
den Achsen des Lichtgadens, so dass der Baukörperabgesehen
vom Südeingang eine vollendete Symmetrie aufweist. Die Schiffe
des Langbauses sind flachgedeckt. Die Flachdecken werden von Querbalken
getragen, deren kräftiges Braun sich gegen den hellen Anstrich
der Deckenfläche deutlich absetzt. Von der Decke herab hängt
ein schöner Metalleuchter mit 12 Lichtern.
In der Nordostecke des Mittelschiffes steht der Predigtstuhl, eine barocke Holzkanzel, die ein heimischer Meister um 1680 geschaffen haben mag. Sie steht auf einem kräftigen polygonalen Schaft. Die einzelnen Felder sind mit Schnitzwerk geziert, das Pflanzenformen darstellt. Dazwischen stehen gedrebte Säulchen mit Basen und Kapitellchen. Die gute handwerkliche Arbeit wurde restauriert und wieder in den Originalfarben gefaßt.
Neben der Kanzel findet sich ein schlichter Altartisch. Er wird stets von einem Antependium geschmückt. Die Frauen der Gemeinde sind stolz darauf, in eigener Arbeit für alle Gelegenheiten und Festgedanken des Jabres besondere Antependien hergestellt zu haben.
Die Stirnwand des Mittelschiffes öffnet sich zum Chor
mit halbrundem Triumphbogen, der auf die Kämpfer der Wandpfeiler
aufsetzt. Das Chorgeviert, ein "Fastquadrat", wird von
einem jüngst erneuerten Kreuzrippengewölbe überspannt,
an das die Apsiskonche stößt.
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Unsere Kirche ist renoviert worden. Einiges ist neu hinzugefügt worden; Vertrautes und Liebgewonnenes bewahrt worden. Das Presbyterium hat sich in Rücksprache mit interessierten Gemeindegliedern bei seinen Überlegungen davon leiten lassen, das Aussehen der Kirche, wie es in den ca. 100 Jahren vor der letzten Renovierung (1973) war, wieder herzustellen. Dabei ging es dem Presbyterium darum, eine Brücke zwischen dem Modernen und der Tradition zu schlagen. So hat das Presbyterium mit der Fugenmalerei und der (Wieder)-Anbringung des Spruches "Jesus Christus gestern heute und derselbe auch in Ewigkeit" in den Bogen des Chorraumes dem Aussehen der Kirche im 19. und 20. Jahrhundert Rechnung tragen wollen. Gleichzeitig mit der Farbgebung aber die Moderne des ausgehenden 20. Jahrhunderts aufgegriffen, wie sie bei der letzten Renovierung 1973 in die Kirche eingebracht worden ist. |
Ähnliche Überlegungen hat das Presbyterium bzgl. des
Bodenbelages angestellt. So kostete es den Bauausschuss viel Überzeugungsarbeit,
den Sisalbelag aus der Kirche entfernen zu dürfen, denn viele
Gemeindeglieder hatten diesen "warmen" Bodenbelag in
ihrer Kirche liebgewonnen. Allerdings erschien dieser dem Presbyterium
überhaupt nicht tragbar für eine Kirche aus dem 12.
Jahrhundert. Viele Gemeindeglieder wünschten sich wieder
einen "Teppichboden" in die Kirche, aber auf keinen
Fall einen Schieferbelag, der in einigen Nachbarkirchen zu finden
ist. So wurde mit dem Granit Rosso Vanga ein guter Kompromiss
gefunden, der sowohl dem Sakralen des Gebäudes als auch dem
Wunsch nach "Wärme" und "Wohlbefinden"
der Gottesdienstbesucher Rechnung trägt. Das Presbyterium
ist der Meinung, dass auch in einem so alten Gebäude, das
Lebensgefühl heutiger Menschen Platz haben sollte. Das gilt
insbesondere für die "Parkettinseln", die an die
traditionellen Holzpodeste anknüpfen, auf denen die Kirchenbänke
vor der letzten Renovierung standen. Leider sind die Kirchenbänke
herausgenommen worden und inzwischen nur noch Stühle vorhanden.
Die Bestuhlung bietet natürlich für eine lebendigere
Gottesdienstgestaltung mehr Möglichkeiten als Kirchenbänke
(z.B. eine Kreisform). Trotzdem wollte das Presbyterium nicht
auf eine optische Kennzeichnung der meistens genutzten Sitzform
verzichten. Außerdem wird durch die Form der "Parkettinseln"
das Kreuz im Hauptschiff deutlich hervor gehoben.
Am 1. Oktober wurde nach einer viermonatigen Renovierungszeit
in einem festlichen Rahmen der Erntedankgottesdienst in der Kirche
gefeiert. Die Gemeinde hat die Renovierung und Umgestaltung der
Kirche mit großer Freude aufgenommen.
Wie Sie sich denken können, hat das alles viel Geld gekostet.
Ein Teil des Geldes haben wir schon angespart. Darüber hinaus
sind wir auf Spenden angewiesen und würden uns freuen, wenn
Sie mit dazu beitragen, die Kosten für die Renovierung unserer
Kirche zu tragen. Ein solches Gotteshaus hat es einfach verdient.
Weitere Anfragen können Sie per
eMail
an uns richten. Spenden können Sie überweisen auf das
Konto der Sparkasse Altenkirchen (BLZ 57351030) Kto.-Nr. 9000019.
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