Die Andachten in der Passionszeit 2020 werden eingestellt! 

Biblische Worte zur Passionskrippe 2020

Woche 5

 

Verhör und Verurteilung  

Jesus aber wurde vor den Statthalter gebracht; und der Statthalter fragte ihn und sprach: Bist du der König der Juden? Jesus aber sprach: Du sagst es.

Und als er von den Hohenpriestern und Ältesten verklagt wurde, antwortete er nichts.

Da sprach Pilatus zu ihm: Hörst du nicht, was sie alles gegen dich vorbringen?

Und er antwortete ihm nicht auf ein einziges Wort, sodass sich der Statthalter sehr verwunderte.

Zum Fest aber hatte der Statthalter die Gewohnheit, dem Volk einen Gefangenen loszugeben, welchen sie wollten.

Sie hatten aber zu der Zeit einen berüchtigten Gefangenen, der hieß Jesus Barabbas.

Und als sie versammelt waren, sprach Pilatus zu ihnen: Welchen wollt ihr? Wen soll ich euch losgeben, Jesus Barabbas oder Jesus, von dem gesagt wird, er sei der Christus?

Denn er wusste, dass sie ihn aus Neid überantwortet hatten.

Und als er auf dem Richterstuhl saß, schickte seine Frau zu ihm und ließ ihm sagen: Habe du nichts zu schaffen mit diesem Gerechten; denn ich habe heute viel erlitten im Traum um seinetwillen.

Aber die Hohenpriester und die Ältesten überredeten das Volk, dass sie um Barabbas bitten, Jesus aber umbringen sollten.

Da antwortete nun der Statthalter und sprach zu ihnen: Welchen wollt ihr? Wen von den beiden soll ich euch losgeben? Sie sprachen: Barabbas!

Pilatus sprach zu ihnen: Was soll ich dann machen mit Jesus, von dem gesagt wird, er sei der Christus? Sie sprachen alle: Lass ihn kreuzigen!

Er aber sagte: Was hat er denn Böses getan? Sie schrien aber noch mehr: Lass ihn kreuzigen!

Da aber Pilatus sah, dass er nichts ausrichtete, sondern das Getümmel immer größer wurde, nahm er Wasser und wusch sich die Hände vor dem Volk und sprach: Ich bin unschuldig am Blut dieses Menschen; seht ihr zu!

Da antwortete alles Volk und sprach: Sein Blut komme über uns und unsere Kinder!

Da gab er ihnen Barabbas los, aber Jesus ließ er geißeln und überantwortete ihn, dass er gekreuzigt werde.

Matthäus 27, 11 – 26

 

Der fünfte Busspsalm: Psalm 102

 HERR, höre mein Gebet und laß mein Schreien zu dir kommen!

Verbirg dein Antlitz nicht vor mir in der Not, neige deine Ohren zu mir;

wenn ich dich anrufe, so erhöre mich bald!

Denn meine Tage sind vergangen wie ein Rauch,

und meine Gebeine sind verbrannt wie von Feuer.

Mein Herz ist geschlagen und verdorrt wie Gras,

daß ich sogar vergesse, mein Brot zu essen.

Mein Gebein klebt an meiner Haut vor Heulen und Seufzen.

Ich bin wie die Eule in der Einöde, wie das Käuzchen in den Trümmern.

Ich wache und klage wie ein einsamer Vogel auf dem Dache.

Täglich schmähen mich meine Feinde,

und die mich verspotten, fluchen mit meinem Namen.

Denn ich esse Asche wie Brot und mische meinen Trank mit Tränen

vor deinem Drohen und Zorn, weil du mich hochgehoben

und zu Boden geworfen hast.

Meine Tage sind dahin wie ein Schatten, und ich verdorre wie Gras.

Du aber, HERR, bleibst ewiglich und dein Name für und für.

Du wollest dich aufmachen und über Zion erbarmen; denn es ist Zeit, daß du ihm gnädig seist, und die Stunde ist gekommen

– denn deine Knechte wollten gerne, daß es gebaut würde,

und es jammert sie, daß es in Trümmern liegt -,

daß die Heiden den Namen des HERRN fürchten und alle Könige auf Erden deine Herrlichkeit.

Ja, der HERR baut Zion wieder und erscheint in seiner Herrlichkeit.

Er wendet sich zum Gebet der Verlassenen und verschmäht ihr Gebet nicht.

Das werde geschrieben für die Nachkommen;

und das Volk, das er schafft, wird den HERRN loben.

Denn er schaut von seiner heiligen Höhe, der HERR sieht vom Himmel auf die Erde,

daß er das Seufzen der Gefangenen höre und losmache die Kinder des Todes,

daß sie in Zion verkünden den Namen des HERRN und sein Lob in Jerusalem,

wenn die Völker zusammenkommen und die Königreiche,

dem HERRN zu dienen.

Er demütigt auf dem Wege meine Kraft, er verkürzt meine Tage.

Ich sage: Mein Gott, nimm mich nicht weg in der Hälfte meiner Tage!

Deine Jahre währen für und für.

Du hast vorzeiten die Erde gegründet, und die Himmel sind deiner Hände Werk.

Sie werden vergehen, du aber bleibst; sie werden alle veralten wie ein Gewand;

wie ein Kleid wirst du sie wechseln, und sie werden verwandelt werden.

Du aber bleibst, wie du bist, und deine Jahre nehmen kein Ende.

Die Söhne deiner Knechte bleiben wohnen, und ihr Geschlecht wird vor dir gedeihen.

 

Woche 4

  

Jesus vor dem Hohen Rat / Verleugnung des Petrus

Die aber Jesus ergriffen hatten, führten ihn zu dem Hohenpriester Kaiphas, wo die Schriftgelehrten und die Ältesten sich versammelt hatten.

Petrus aber folgte ihm nach von ferne bis zum Palast des Hohenpriesters und ging hinein und setzte sich zu den Knechten, um zu sehen, worauf es hinauswollte.

Die Hohenpriester aber und der ganze Hohe Rat suchten falsches Zeugnis gegen Jesus, dass sie ihn töteten,

und fanden keins, obwohl viele falsche Zeugen herzutraten. Zuletzt aber traten zwei herzu

und sprachen: Er hat gesagt: Ich kann den Tempel Gottes abbrechen und in drei Tagen aufbauen.

Und der Hohepriester stand auf und sprach zu ihm: Antwortest du nichts auf das, was diese gegen dich bezeugen?

Aber Jesus schwieg still. Und der Hohepriester sprach zu ihm: Ich beschwöre dich bei dem lebendigen Gott, dass du uns sagst, ob du der Christus bist, der Sohn Gottes.

Jesus sprach zu ihm: Du sagst es. Doch sage ich euch: Von nun an werdet ihr sehen den Menschensohn sitzen zur Rechten der Kraft und kommen auf den Wolken des Himmels.

Da zerriss der Hohepriester seine Kleider und sprach: Er hat Gott gelästert! Was bedürfen wir weiterer Zeugen? Siehe, jetzt habt ihr die Gotteslästerung gehört.

Was meint ihr? Sie antworteten und sprachen: Er ist des Todes schuldig.

Da spien sie ihm ins Angesicht und schlugen ihn mit Fäusten. Einige aber schlugen ihn ins Angesicht

und sprachen: Weissage uns, Christus, wer ist’s, der dich schlug?

Petrus aber saß draußen im Hof. Und es trat eine Magd zu ihm und sprach: Und du warst auch mit dem Jesus aus Galiläa.

Er leugnete aber vor ihnen allen und sprach: Ich weiß nicht, was du sagst.

Als er aber hinausging in die Torhalle, sah ihn eine andere und sprach zu denen, die da waren: Dieser war auch mit dem Jesus von Nazareth.

Und er leugnete abermals und schwor dazu: Ich kenne den Menschen nicht.

Und nach einer kleinen Weile traten hinzu, die da standen, und sprachen zu Petrus: Wahrhaftig, du bist auch einer von denen, denn deine Sprache verrät dich.

Da fing er an, sich zu verfluchen und zu schwören: Ich kenne den Menschen nicht. Und alsbald krähte der Hahn.

Da dachte Petrus an das Wort, das Jesus gesagt hatte: Ehe der Hahn kräht, wirst du mich dreimal verleugnen. Und er ging hinaus und weinte bitterlich.

Matthäus 26, 57 – 75

Der  vierte Bußpsalm: Psalm 51

Gott, sei mir gnädig nach deiner Güte, und tilge meine Sünden nach deiner großen Barmherzigkeit.

Wasche mich rein von meiner Missetat,

und reinige mich von meiner Sünde;

denn ich erkenne meine Missetat, und meine Sünde ist immer vor mir.

An dir allein habe ich gesündigt und übel vor dir getan, auf daß du recht behaltest in deinen Worten und rein dastehst, wenn du richtest.

Siehe, ich bin als Sünder geboren,

und meine Mutter hat mich in Sünden empfangen.

Siehe, dir gefällt Wahrheit, die im Verborgenen liegt,

und im Geheimen tust du mir Weisheit kund.

Entsündige mich mit Ysop, daß ich rein werde;

wasche mich, daß ich schneeweiß werde.

Laß mich hören Freude und Wonne, daß die Gebeine fröhlich werden, die du zerschlagen hast.

 

Verbirg dein Antlitz vor meinen Sünden, und tilge alle meine Missetat.

Schaffe in mir, Gott, ein reines Herz,

und gib mir einen neuen, beständigen Geist.

Verwirf mich nicht von deinem Angesicht,

und nimm deinen heiligen Geist nicht von mir.

Erfreue mich wieder mit deiner Hilfe,

und mit einem willigen Geist rüste mich aus.

Ich will die Übertreter deine Wege lehren,

daß sich die Sünder zu dir bekehren.

Errette mich von Blutschuld, Gott, der du mein Gott und Heiland bist,

daß meine Zunge deine Gerechtigkeit rühme.

Herr, tu meine Lippen auf,

daß mein Mund deinen Ruhm   verkündige.

Denn Schlachtopfer willst du nicht, ich wollte sie dir sonst geben,

und Brandopfer gefallen dir nicht.

Die Opfer, die Gott gefallen, sind ein geängsteter Geist,

ein geängstetes, zerschlagenes Herz wirst du, Gott, nicht verachten.

Tu wohl an Zion nach deiner Gnade, baue die Mauern zu Jerusalem.

Dann werden dir gefallen rechte Opfer, Brandopfer und Ganzopfer;

dann wird man Stiere auf deinem Altar opfern.

 

Woche 3

 

Also hat Gott die Welt geliebt, daß er seinen eingeborenen Sohn gab, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben.

Johannes 3, 16

 

 

 

Gebet Jesu und Verhaftung im Garten Gethsemane

Da kam Jesus mit ihnen zu einem Garten, der hieß Gethsemane, und sprach zu den Jüngern: Setzt euch hierher, solange ich dorthin gehe und bete.

Und er nahm mit sich Petrus und die zwei Söhne des Zebedäus und fing an zu trauern und zu zagen.

Da sprach Jesus zu ihnen: Meine Seele ist betrübt bis an den Tod; bleibt hier und wachet mit mir!

Und er ging ein wenig weiter, fiel nieder auf sein Angesicht und betete und sprach: Mein Vater, ist’s möglich, so gehe dieser Kelch an mir vorüber; doch nicht, wie ich will, sondern wie du willst!

Und er kam zu seinen Jüngern und fand sie schlafend und sprach zu Petrus: Konntet ihr denn nicht eine Stunde mit mir wachen?

Wachet und betet, dass ihr nicht in Anfechtung fallt! Der Geist ist willig; aber das Fleisch ist schwach.

Zum zweiten Mal ging er wieder hin, betete und sprach: Mein Vater, ist’s nicht möglich, dass dieser Kelch vorübergehe, ohne dass ich ihn trinke, so geschehe dein Wille!

Und er kam und fand sie abermals schlafend, und ihre Augen waren voller Schlaf.

Und er ließ sie und ging wieder hin und betete zum dritten Mal und redete abermals dieselben Worte.

Dann kam er zu den Jüngern und sprach zu ihnen: Ach, wollt ihr weiter schlafen und ruhen? Siehe, die Stunde ist da, dass der Menschensohn in die Hände der Sünder überantwortet wird.

Steht auf, lasst uns gehen! Siehe, er ist da, der mich verrät.

Und als er noch redete, siehe, da kam Judas, einer von den Zwölfen, und mit ihm eine große Schar mit Schwertern und mit Stangen, von den Hohenpriestern und Ältesten des Volkes.

Und der Verräter hatte ihnen ein Zeichen genannt und gesagt: Welchen ich küssen werde, der ist’s; den ergreift.

Und alsbald trat er zu Jesus und sprach: Sei gegrüßt, Rabbi!, und küsste ihn.

Jesus aber sprach zu ihm: Mein Freund, dazu bist du gekommen? Da traten sie heran und legten Hand an Jesus und ergriffen ihn.

Und siehe, einer von denen, die bei Jesus waren, streckte die Hand aus und zog sein Schwert und schlug nach dem Knecht des Hohenpriesters und hieb ihm ein Ohr ab.

Da sprach Jesus zu ihm: Stecke dein Schwert an seinen Ort! Denn wer das Schwert nimmt, der wird durchs Schwert umkommen.

Oder meinst du, ich könnte meinen Vater nicht bitten, und er würde mir sogleich mehr als zwölf Legionen Engel schicken?

Wie würde dann aber die Schrift erfüllt, dass es so geschehen muss?

Zu der Stunde sprach Jesus zu der Schar: Ihr seid ausgezogen wie gegen einen Räuber mit Schwertern und mit Stangen, mich gefangen zu nehmen? Habe ich doch täglich im Tempel gesessen und gelehrt, und ihr habt mich nicht ergriffen.

56 Aber das ist alles geschehen, auf dass erfüllt würden die Schriften der Propheten. Da verließen ihn alle Jünger und flohen.

Matthäus 26, 36 – 56

 

Der dritte Bußpsalm: Psalm 38

HERR, strafe mich nicht in deinem Zorn und züchtige mich nicht in deinem Grimm!

Denn deine Pfeile stecken in mir, und deine Hand drückt mich.

Es ist nichts Gesundes an meinem Leibe wegen deines Drohens und ist nichts Heiles an meinen Gebeinen wegen meiner Sünde.

Denn meine Sünden gehen über mein Haupt;

wie eine schwere Last sind sie mir zu schwer geworden.

Meine Wunden stinken und eitern um meiner Torheit willen.

Ich gehe krumm und sehr gebückt; den ganzen Tag gehe ich traurig einher.

Denn meine Lenden sind ganz verdorrt; es ist nichts Gesundes an meinem Leibe.

Ich bin matt geworden und ganz zerschlagen;

ich schreie vor Unruhe meines Herzens.

Herr, du kennst all mein Begehren, und mein Seufzen ist dir nicht verborgen.

Mein Herz erbebt, meine Kraft hat mich verlassen, und   das Licht meiner Augen ist auch dahin.

Meine Lieben und Freunde scheuen zurück vor meiner Plage, und meine Nächsten halten sich ferne.

Die mir nach dem Leben trachten, stellen mir nach; und die mein Unglück suchen, bereden, wie sie mir schaden; sie sinnen auf Trug den ganzen Tag.

Ich bin wie taub und höre nicht, und wie ein Stummer, der seinen Mund nicht auftut.

Ich muß sein wie einer, der nicht hört und keine Widerrede in seinem Munde hat.

Aber ich harre, HERR, auf dich; du, Herr, mein Gott, wirst erhören.

Denn ich denke: Daß sie sich ja nicht über mich freuen!

Wenn mein Fuß wankte, würden sie sich hoch rühmen wider mich.

Denn ich bin dem Fallen nahe, und mein Schmerz ist immer vor mir.

So bekenne ich denn meine Missetat und sorge mich wegen meiner Sünde.

Aber meine Feinde leben und sind mächtig; die mich zu Unrecht hassen, derer sind viele.

Die mir Gutes mit Bösem vergelten, feinden mich an,

weil ich mich an das Gute halte.

Verlaß mich nicht, HERR, mein Gott, sei nicht ferne von mir!

Eile, mir beizustehen, HERR, du meine Hilfe!

 

(Bilder der Fastenkrippe 2020: Pfarrer Stefan Turk)